
Wir Hiddenhauser GRÜNEN fordern eine echte Rekommunalisierung
der Stromnetze und lehnen Kompromisse ab.
Mit Befremden haben wir die Bestrebungen des Herforder Bürgermeisters, eine
Kooperation in Form eines Pachtmodells mit e-on Westfalen-Weser anzustreben,
aufgenommen. Zumal bei der Präsentation der Stadtwerke im Hiddenhauser Rat
vor knapp einem Jahr genau die Übernahme des Hiddenhauser Netzes als
ideale Lösung vorgestellt wurde. Die nunmehrige völlige Kehrtwendung stößt
bei uns GRÜNEN auf Unverständnis.
"Es gibt für uns eine klar favorisierte Lösung und dass ist die vollständige und
ausschließliche Übernahme der Netze durch die Kommunen", so Friedhelm Franke,
Fraktionsvorsitzender. "Dies sollten die Kommunen gemeinsam unter Federführung,
zum Beispiel der Herforder Stadtwerke, bewerkstelligen".
Selbstverständlich müsse man bei allen Überlegungen genau hinschauen, aber
selbst die Beteiligung der Kommunen an e-on Westfalen-Weser ist für uns GRÜNEN
kein triftiger Grund, die Netze nicht in die Verantwortung der Kommunen zu übertragen.
"Das wird sicherlich kein Zuckerschlecken, denn freiwillig wird ein Konzern wie e-on
seine Netzhoheit nicht aufgeben", so Franke weiter. "Wir sind aber überzeugt, dass die
Erträge für die Kommunen mittelfristig höher sein werden als bei einem Pachtmodell",
ist Franke sich sicher. Kurzfristige finanzielle Vorteile wögen die Nachteile nicht auf.
"Strategisch muss mehr Wettbewerb im Markt her, nicht nur im Netzbetrieb, sondern
auch bei der Erzeugung und dem Vertrieb".
Das vorgeschobene Argument der Sicherung der Arbeitsplätze in Herford lassen wir
Hiddenhauser GRÜNEN ebenfalls nicht gelten. Die hohe Effizienz, die e-on bei Netzbetrieb
zweifelslos hat, resultiert auch aus einem straffen Personalmanagement. Die Anzahl
der Arbeitsplätze im operativen Bereich des Netzbetriebes würde auch bei einer
kommunalen Lösung mindestens gleich bleiben.
Für uns Hiddenhauser GRÜNEN gibt es nur zwei Handlungsalternativen. Zum einen
die favorisierte Rekommunalisierung oder aber die Vergabe des Netzes an den Betreiber,
der der Gemeinde Hiddenhausen die höchste Konzession zahlen wird.
Fragwürdige Kompromisse stärken aus unserer Sicht nur die Stromkonzerne.
Pressemitteilung vom 17.01.2012